Abfindung

Informationen zur Abfindung

Eine Abfindung ist keine gesetzlich verankerte Leistung und wenn dein Arbeits- oder Tarifvertrag diese nicht vorsieht, musst du dich aktiv darum bemühen. Dies tust du, indem du deine Kündigung direkt nach Erhalt von einem Anwalt prüfen lässt und innerhalb von drei Wochen nach Erhalt der Kündigung, Kündigungsschutzklage beim zuständigen Arbeitsgericht einreichst.

Definition Abfindung

Eine Abfindung ist eine Entschädigung für den Verlust es Arbeitsplatzes. Bei einer Abfindung handelt es sich um eine einmalige Leistung, die meistens aus einer Geldzahlung besteht. Sie wird vom Arbeitgeber an den Arbeitnehmer gezahlt.

Nach Zahlung einer Abfindung verzichtet der Arbeitnehmer im Gegenzug auf sein Recht, seinen Arbeitsplatz zu behalten.

Chance auf Abfindung

Die Chancen eine Abfindung zu bekommen sind sehr hoch, denn oft ist es dem Arbeitgeber mehr wert, eine Abfindung zu bezahlen, als in einen Rechtsstreit zu ziehen. Daher ist das Angebot Abfindung gegen Unterlassen einer Kündigungsschutzklage ein häufiges. Wird dir dies nicht angeboten, sind folgende Kriterien zur Erstreitung einer Abfindung über das Kündigungsschutzgesetz relevant:

  • du bist länger als 6 Monate im Betrieb angestellt
  • der Betrieb hat mehr als 10 Arbeitnehmer in Vollzeit angestellt

Sind beide Kriterien erfüllt, lasse deinen Arbeitsvertrag und deine Kündigung von einem Anwalt prüfen und dir deine genauen Chancen aufzeigen.

Höhe der Abfindung

Die Höhe der Abfindung wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst:

  • Gehalt: Je höher das Gehalt ist, desto höher fällt auch die Abfindung aus
  • Beschäftigungsdauer: Bei einer unwirksamen Kündigung ist die Dauer der Beschäftigung neben dem Gehalt der Haupteinflussfaktor für die Höhe der Abfindung. Je länger du angestellt bist, desto höher fällt die Abfindung aus.

Die Faustformel zur Berechnung der Abfindung lautet: Bruttomonatsgehalt x Jahre der Betriebszugehörigkeit / 2

Beispiel:
Dein monatliches Bruttogehalt beträgt 3.300 Euro und du bist seit 8 Jahren bei der Firma angestellt.

Berechnung der Abfindungshöhe laut Beispiel: 3.300 x (8:2) = 3.300 x 4 = 13.200 Euro Abfindung

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Muss die Abfindung versteuert werden?

Wer eine Abfindung erhalten hat, fragt sich, wie es sich mit den Steuern verhält und worauf man achten muss. Grundsätzlich gilt: Abfindungen sind grundsätzlich sozialversicherungsfrei, müssen aber versteuert werden, Freibeträge gibt es keine.

Wie wird die Abfindung versteuert?

Es gibt zwei Varianten zur Versteuerung der Abfindung, vorausgesetzt, die Abfindungshöhe wurde innerhalb eines Kalenderjahres gezahlt.

  1. Die Abfindung wird als Einkommen gewertet und unterliegt der Einkommensteuer, die Höhe richtet sich hierbei um den persönlichen Steuersatz.
  2. Es wird die Fünftelregelung angewendet, dies bedeutet, dass die Abfindungszahlung in der Steuerberechnung gleichmäßig auf fünf Jahre verteilt wird.

Die Fünftelregelung an einem Beispiel:

Dein jährliches Einkommen (nach Werbungskosten etc.) beträgt 26.000 Euro und die Höhe deiner Abfindung beträgt 10.000 Euro. Nun nimmst du ein Fünftel deiner Abfindung, sprich 2.000 Euro, und addierst diese zu deinem jährlichen Einkommen und errechnest sowohl für die 28.000 Euro als auch für die normalen 26.000 Euro deine Einkommenssteuer.

Zu versteuerndes Einkommen MIT Abfindung = 28.000 Euro darauf entfallender Steuerbetrag = 4.585 Euro

Zu versteuerndes Einkommen OHNE Abfindung = 26.000 Euro darauf entfallender Steuerbetrag = 4.000 Euro

Die Differenz der beiden Steuerbeträge wird mit 5 multipliziert und ergibt den Steuerbetrag, der auf die Abfindung anfällt, in diesem Beispiel sind das 585 x 5 = 2.925 Euro.

Die Fünftelregelung sorgt unterm Strich dafür, dass der auf den Abfindungsbetrag anzuwendende Steuersatz nicht so stark steigt und daher auf die Abfindung im Vergleich weniger Steuern zu zahlen sind als auf das normale Gehalt. Die Steuern auf die Abfindung werden vom Arbeitgeber abgeführt.

Abfindung und Arbeitslosengeld

Solange die ordentliche Kündigungsfrist eingehalten wird, wird die Abfindung nicht auf Sozialleistungen angerechnet. Wichtig: Verkürzt sich durch einen Aufhebungsvertrag die Kündigungsfrist, können für den Zeitraum der Verkürzung keine Sozialleistungen bezogen werden.

FAQ Abfindung

Viele Arbeitnehmer gehen davon aus, dass ihnen eine Abfindung zusteht, wenn der Arbeitgeber den Arbeitsvertrag kündigt. Das gilt allerdings nur wenn einer der folgenden Punkte zutrifft:
  • Ein Arbeitsgericht stellt fest, dass die Kündigung unwirksam ist und gleichzeitig ist eine weitere Zusammenarbeit nicht zumutbar.
  • Im Arbeitsvertrag steht, dass bei der Kündigung eine Abfindung gezahlt wird.
  • Der Sozialplan des Unternehmens sieht eine Abfindung im Fall einer betriebsbedingten Kündigung vor.
  • Bei einer Betriebsänderung weicht der Arbeitgeber von dem Interessenausgleich zwischen Unternehmen und Betriebsrat ab.
  • Du kündigst deinen Arbeitsvertrag fristlos aus einem von einem Gericht anerkannten wichtigen Grund. Ein direkter Anspruch auf eine Abfindung besteht also nicht immer. In vielen Fällen lassen sich Arbeitgeber aber auf die Zahlung einer Abfindung ein, um Zeit und Kosten zu sparen und einem Gerichtsprozess aus dem Weg zu gehen.
Wenn du selber deinen Arbeitsvertrag kündigst, dann besteht kein gesetzlicher Anspruch auf eine Abfindung. Die einzige Ausnahme ist, wenn du einen wichtigen Kündigungsgrund hast und fristlos kündigst. Vor dem Gesetz ist ein solcher wichtiger Kündigungsgrund ein vertragswidriges Verhalten deines Arbeitgebers. Falls dein Arbeitgeber sich nicht an euren Arbeitsvertrag hält, kann dir also eine Abfindung zustehen, auch wenn du selber kündigst. Siehe auch § 628 Absatz 2 BGB. Beispiele für so einen wichtigen Grund wären, dass dir dein Arbeitgeber wiederholt kein Gehalt zahlt oder sich damit verspätet, sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz oder wiederholte Verstöße gegen Arbeitsschutzbestimmungen, wenn du dadurch in Gefahr gerätst.
In den meisten Fällen werden Abfindungen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber frei verhandelt. Das heißt, je wichtiger es dem Arbeitgeber ist, das Anstellungsverhältnis zu beenden, desto eher ist er bereit, eine hohe Abfindung zu bezahlen. Viele Arbeitgeber orientieren sich aber an der Faustformel von einem halben bis zu einem Monatsgehalt pro Jahr der Beschäftigung.

Dein Weg zur Abfindung via Kündigungsschutzklage und worauf du achten musst: Kleinbetrieb, Vergleich, Gütetermin, Abfindung, Steuern – Wir klären auf!

Gütetermin Arbeitsgericht

Im Gütetermin versucht das Gericht eine Einigung zwischen dir und deinem Arbeitgeber zu erreichen. Wir zeigen dir, wie so ein Termin abläuft.

Vergleich

Das Gericht ist immer bemüht, ein Urteil zu vermeiden. In der Regel wird vom Gericht ein Vergleich vorgeschlagen. Wir erklären dir, wie du zum Vergleich kommst.

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